Mit der Variodüse hat die Krauss Maffei Technologies GmbH, München, eine flexible, leistungsstarke Lösung für die Verarbeitung von Polyurethan (PUR) entwickelt, die den Druck im Mischkopf auch bei schnellen Wechseln […]

Die Kurven der Druckverläufe im Schussbetrieb illustrieren den Unterschied zwischen Vario- und federbelasteter Düse. (Abb.: Krauss Maffei)
Mit der Variodüse hat die Krauss Maffei Technologies GmbH, München, eine flexible, leistungsstarke Lösung für die Verarbeitung von Polyurethan (PUR) entwickelt, die den Druck im Mischkopf auch bei schnellen Wechseln in der Austragsmenge der PUR-Komponente konstant hält. Im Ergebnis lassen sich Bauteile in unterschiedlichster Größe und Härte bei durchgehend hoher Qualität fertigen.
Konstanter Mischdruck
Verarbeiter profitieren vor allem durch eine hohe Flexibilität in der Anlagenbelegung mit großen und kleinen Bauteilen, für die entsprechend große und kleine Austragsleistungen erforderlich sind. Möglich wird diese Anpassungsfähigkeit durch den großen Verstellbereich – die Düse hält den Druck im Mischkopf bis zum Mengenverhältnis von 1:5 konstant. Damit gewährleistet sie eine hohe Mischqualität und ein gleichbleibendes Mischungsverhältnis. Während des Prozesses zeichnet sich die Variodüse zudem durch eine große Wiederholgenauigkeit und eine gute Druck- und Mengenkonstanz aus.
Auch im Vergleich zu federbelasteten Düsen bietet die Variodüse von Krauss Maffei Vorteile. Statt der Feder arbeitet sie mit einem Druckpolster, das dem Komponentendruck entgegenwirkt. Mit einem Druck von rund 160 bar sitzt dieses Luftpolster in einem Gasraum im hinteren Teil der Düse. Auf die Düsennadel wirkt es über eine Membrane ein, so dass keine beweglichen Dichtungen wie im Fall der federbelasteten Düsen erforderlich sind. Diese sind wiederum verschleißanfälliger und empfindlicher gegenüber aggressiven Medien und Verschmutzung. Überdies kann unter bestimmten Umständen das System aus Feder und Düsennadel in Schwingung geraten.
Die Bauweise der Variodüse ohne bewegte Dichtungen reduziert den Reinigungs- und Wartungsaufwand, denn die Nadel kann nicht mehr verkleben oder verklemmen. Dank ihrer kompakten Abmessungen lässt sich die neue Variodüse zudem leicht in bestehenden Systemen nachrüsten. Dazu bedarf es weder zusätzlicher Steuerelemente noch Änderungen der Ansteuerung. Die Variodüse ist kompatibel mit allen Mischköpfen und Anlagen von Krauss Maffei.
Breites Einsatzspektrum
Besonders geeignet ist die Variodüse dank ihrer Flexibilität für sogenannte Multi-Hardness-Produkte aus PUR, sprich Anwendungen mit unterschiedlichen Härtezonen. Wer beispielsweise Automobilsitzpolster mit verschiedenen Austragsmengen und Werkzeugen auf einer Anlage herstellen will, benötigt ein breites Verarbeitungsfenster für Schussgewichte und Mengenströme. Die Automobilsitze bestehen in der Regel aus Zonen unterschiedlicher Härte. Meist sind die Sitz- und Rückenflächen weich, während die Seitenteile eine höhere Festigkeit benötigen, um dem Insassen Halt zu geben. Das heißt: Beim Schäumen der verschiedenen Bauteilbereiche verändert sich die Austragsmenge der PUR-Komponenten von Schuss zu Schuss. Soll es dabei nicht zu Qualitätsverlusten kommen, dürfen aus diesen schnellen und erheblichen Mengenänderungen möglichst keine Druckunterschiede entstehen. Die Lösung liegt im Mischkopf: Die Variodüse ist in der Lage, diese Wechsel sicher aufzufangen. Eine durchgehend hohe Qualität der Bauteile ist somit gewährleistet.
Das Einsatzspektrum der Variodüse beschränkt sich nicht nur auf Weichschaumanwendungen. Auch im Bereich der weißen Ware – etwa beim Einbringen der Dämmschichten von Kühlschränken – und bei der Herstellung faserverstärkter Formteile im Resin Transfer Molding (RTM = Harzinjektionsverfahren) hat sich die neue Variodüse bereits bewährt.