Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Wacker: Selbsthaftendes LSR mit hohem Rückstellvermögen

Typische Bauteile für das neue LSR sind Steckergehäuse mit aufgespritzter Radialdichtung für die Automobilelektrik und -elektronik. (Foto: Wacker)

Typische Bauteile für das neue LSR sind Steckergehäuse mit aufgespritzter Radialdichtung für die Automobilelektrik und -elektronik. (Foto: Wacker)

Die Wacker Chemie AG, München, hat mit Elastosil LR 3072/50 einen neuen selbsthaftenden Flüssigsilikonkautschuk entwickelt, der innerhalb kürzester Zeit zu einem ölausschwitzenden Elastomer mit hohem Rückstellvermögen aushärtet. Mit diesen Eigenschaften eignet es sich insbesondere als Dichtungskomponente von Zwei-Komponenten-Formteilen. Typische Bauteile sind Einzeladerabdichtungen und Steckergehäuse mit aufgespritzter Radialdichtung für die Automobilelektrik und -elektronik.

Mit dem neuen Produkt erweitert der Münchner Chemiekonzern seine Produktreihe Elastosil LR 3072 um ein Material mit hohem Rückstellvermögen und geringem Druckverformungsrest. Der Druckverformungsrest beträgt nach 22-stündiger Lagerung bei 125 °C lediglich 10 %. Somit bleibt die Formdichtung auch bei hohen Temperaturen über lange Zeit funktionstüchtig. Hinzu kommt, dass Vulkanisate aus diesem LSR auch bei tiefen Temperaturen bis zu -50 °C noch flexibel und elastisch bleiben. Der neue Flüssigsilikonkautschuk ist somit für Dichtungsaufgaben im Motorraum oder in der Autokarosserie prädestiniert. Vulkanisate des neuen ölausschwitzenden Silicons haben mit 50 Shore A einen höheren Härtegrad und sind damit etwas steifer als die bereits existierenden Typen der Produktreihe. Kabeldurchführungen sowie Steckergehäuse mit lamellenartig aufgebauter Radialdichtung, deren Gehäusehälften konstruktionsbedingt einen Spalt aufweisen, lassen sich damit zuverlässig abdichten.

Das LSR sondert im vernetzten Zustand Öl ab, was die Montage von Steckern und anderen Teilen erleichtert. (Foto: Wacker)

Das LSR sondert im vernetzten Zustand Öl ab, was die Montage von Steckern und anderen Teilen erleichtert. (Foto: Wacker)

Als stark scherverdünnende und schnellvernetzende Masse eignet sich das neue Flüssigsilicon zur hochautomatisierten Verarbeitung im Spritzgießverfahren. Das LSR ist selbsthaftend formuliert. Es haftet auf etlichen Thermoplasten wie etwa PA oder PBT, die als Hartkomponente von Zwei-Komponenten-Formteilen häufig eingesetzt werden. Das Silikon bietet ohne Grundierung auch auf vielen Metallen eine hervorragende Haftung. Daher können solche Substrate in der Spritzgießmaschine – geeignete Maschinen- und Werkzeugtechnik vorausgesetzt – direkt mit dem Flüssigsilikonkautschuk überspritzt werden. Nach dem Aushärten und dem Haftungsaufbau bildet sich bei Elastosil LR 3072/50 ein dünner Film aus Silikonöl. Das ausgeschwitzte Öl verleiht den Vulkanisaten eine gleitfähige Oberfläche. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel ein Kabel problemlos durch eine aufgespritzte Einzeladerdichung hindurchschieben.

www.wacker.com

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