Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Solvay: Selbstverstärkende Molekularstruktur verbessert Temperaturbeständigkeit von PA 66

Durch seine spezielle Molekularstruktur eignet sich Technyl REDx für hoch beanspruchte Ladeluftkühler. (Foto: Solvay)

Durch seine spezielle Molekularstruktur eignet sich Technyl REDx für hoch beanspruchte Ladeluftkühler. (Foto: Solvay)

Solvay hat kürzlich mit Technyl REDx ein neues hitzebeständiges PA 66 mit einer selbstverstärkenden Molekularstruktur eingeführt. Das Material übertrifft nach Herstellerangaben herkömmliche Spezialpolymere in anspruchsvollen Wärmemanagementsystemen, wie sie vor allem in der Automobilindustrie eingesetzt werden.

„Mehr als 12 Millionen Motoren profitieren bereits von unserer Technyl-Technologie für das Wärmemanagement. Unserer Materialien helfen Fahrzeugherstellen, Einschränkungen beim Motordownsizing zu überwinden, wie stark erhöhte Temperaturen und Drücke“, sagt Dr. James Mitchell, Global Automotive Market Director bei Solvay Engineering Plastics. „Es besteht ein klarer Bedarf an neuen Materiallösungen, die der höheren Hitzebelastung beim Dauerbetrieb neuer Motorgenerationen standhalten, ohne sich negativ auf die Kosten und andere Leistungskriterien auszuwirken.“

Mechanische Eigenschaften von Technyl REDx spritzfrisch und nach Lagerung bei 220 °C. (Abb.: Solvay)

Mechanische Eigenschaften von Technyl REDx spritzfrisch und nach Lagerung bei 220 °C. (Abb.: Solvay)

Um diese Herausforderung aufzugreifen, hat Solvay mit Technyl REDx ein Material mit einem „intelligenten“ Makromolekül entwickelt, einschließlich einer Eigenverstärkungstechnologie in der Polymerkette, das die eigentliche Molekularstruktur nicht berührt. Diese neue Technologie bleibt während des Spritzgießens von Fahrzeugteilen inaktiv, sodass sich das Material wie ein leichtfließendes PA 66 verhält. Erst die erhöhten Temperaturen beim Betrieb des Fahrzeugs aktivieren die Technologie und führen zu einer raschen Vernetzung, in deren Folge die mechanischen Eigenschaften weit über ihre Ausgangswerte hinaus erhöht werden.“

Technyl REDx kann bei energiesparenden Werkzeugtemperaturen unter 100 °C verarbeitet werden, was eine einfache und kostengünstige Fertigung erschließt. Alterungstests über 3.000 Stunden bei 220 °C zeigen einen hohen Eigenschaftserhalt sowie eine Steigerung der Zugfestigkeit um mehr als 50 %, ohne die Bruchdehnung zu beeinträchtigen.

„Mit seiner Langzeit-Wärmestabilität, überlegenen Verarbeitbarkeit und ausgezeichneten Oberflächenqualität eröffnet Technyl REDx völlig neue Möglichkeiten für Hochtemperaturanwendungen bei reduzierten Material- und Fertigungskosten“, unterstreicht Antoine Guiu, Project Leader Technyl REDx. „Von Natur aus heiß im Nehmen, erübrigt Technyl REDx den Einsatz zusätzlicher Hitzeschilde, wie sie herkömmliche Materialien erfordern können.“

www.technyl.com

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