Produkte im Einsatz

Schneider: Heißkanaltechnik sorgt für effiziente Produktion von Schreibgeräten und Tintenpatronen

Dieser PR-Bericht wird Ihnen bereitgestellt von Günther Heisskanaltechnik.

Schneider blickt auf eine 70 jährige Geschichte in der Fertigung von Schreibgeräten zurück. (Foto: Schneider)

Schneider blickt auf eine 70 jährige Geschichte in der Fertigung von Schreibgeräten zurück. (Foto: Schneider)

In der vom Tourismus geprägten Stadt Wernigerode im Harz produziert die Firma Schneider GmbH & Co. KG hochwertige Schreibgeräteserien und Patronen für Füllfederhalter.

Die Firma Schneider besitzt aufgrund ihrer Spritzerei mit 28 Spritzgießmaschinen sowie Montage, Druckerei, Konstruktion und eigenem Werkzeugbau eine sehr hohe Fertigungstiefe. Mit einer Belegschaft von 135 Mitarbeitern werden auf einer Fertigungsfläche von 8.700 m² Artikel für den Schreibbedarf in sechs Kontinenten der Erde hergestellt. Schneider in Wernigerode blickt auf eine 70 jährige Geschichte zurück. Im Jahre 1946 gründete sich die Firma Heiko Schreib- und Zeichengeräte, welche nach der Wiedervereinigung 1991 von Schneider Schreibgeräte aus Tennenbronn übernommen und mit 56 Mitarbeitern unter dem Namen Schneider GmbH Co. Produktions- und Vertriebs KG neu gegründet wurde. In absehbarer Zukunft wird der Standort weiter expandieren. Im kommenden Frühjahr vergrößert sich die aktuelle Fertigungsfläche um weitere 1.300 m², für die Zukunft sind noch Grundstückreserven vorhanden.

Schneider fertigt jährlich rund 80 Millionen Tintenpatronenhülsen und füllt diese auch ab. (Foto: Schneider)

Schneider fertigt jährlich rund 80 Millionen Tintenpatronenhülsen und füllt diese auch ab. (Foto: Schneider)

Der Zeitraum von der Idee bis zum Beginn der Produktion, liegt bei Neuprodukten im Bereich von einem bis eineinhalb Jahren und setzt somit Flexibilität und ein sehr gutes Reaktionsvermögen voraus. Das Werkzeugbauteam mit 17 Mitarbeitern und entsprechendem Maschinenpark kann sehr schnell auf Wünsche vom Vertrieb und Marketing reagieren und auch eventuelle Änderungen kurzfristig umsetzen. Zudem beliefert der Werkzeugbau auch externe Kunden aus den verschiedensten Bereichen. Die eigene Ausbildung von Mitarbeiter für die Zukunft hat einen hohen Stellenwert im Unternehmen. In der Regel werden alle Auszubildenden auch übernommen.

v.l.: Wolfgang Lutz (Leiter Werkzeugbau) und Peter Witteweg (Betriebsleiter) im Gespräch mit Günther-Fachberater Christoph Deutschmann. (Foto: Günther)

v.l.: Wolfgang Lutz (Leiter Werkzeugbau) und Peter Witteweg (Betriebsleiter) im Gespräch mit Günther-Fachberater Christoph Deutschmann. (Foto: Günther)

Die Nutzung von Heißkanalsystemen in den Spritzgießformen hat im Jahr 1994 begonnen. Die Erhöhung der Produktionskapazitäten war das erklärte Ziel. Mit dem Einsatz des ersten Heißkanalsystems zur indirekten Anspritzung in einem 72-fach Produktionswerkzeug für Tintenpatronenhülsen konnte die Produktionskapazität um das Dreifache gesteigert werden. Jährlich werden heute über 80 Millionen Tintenpatronenhülsen gefertigt. Die Ausbringungsmenge ist auf die Montageautomaten abgestimmt, denn die Tintenpatronenhülsen werden bei Schneider in Wernigerode auch abgefüllt und mit Glaskugeln verschlossen und anschließend verpackt.

Gemeinsam mit der Firma Günther Heisskanaltechnik aus dem nordhessischen Frankenberg (Eder), wurde eine Lösung gefunden, die zum einen den Materialverbrauch reduziert und zum anderen durch den Wegfall von dickwandigen Anguss-Systemen die Zykluszeit aufgrund der geringeren Kühlzeit deutlich gesenkt hat. Im nächsten Schritt wurden Werkzeuge mit noch höheren Fachzahlen und Heißkanaltechnik ausgestattet.

Die Düse mit zweigeteiltem Schaft ermöglicht eine gute thermische Trennung zwischen Heißkanal und temperiertem Werkzeug auf kleinstem Bauraum. (Abb.: Günther)

Die Düse mit zweigeteiltem Schaft ermöglicht eine gute thermische Trennung zwischen Heißkanal und temperiertem Werkzeug auf kleinstem Bauraum. (Abb.: Günther)

Eingesetzt werden offene Heißkanaldüsen mit zweigeteiltem Schaft und natürlich ausbalancierten Verteilern. Die Anspritzung erfolgt auf Zwischenanguss, der die Positionsstabilität der Kerne gewährleistet. Der zweigeteilte Düsenschaft aus einer Titanlegierung und Werkzeugstahl, in Verbindung mit dem integrierten Luftspalt in der Heißkanaldüse, ermöglicht auf kleinstem Bauraum eine sehr gute thermische Trennung zwischen Heißkanal und temperiertem Werkzeug.

Durch den Einsatz der Blueflow-Düsen von Günther konnte die Zykluszeit noch einmal um 4 s reduziert werden. Diese Düsen haben spezielle Dickschichtheizelemente, die durch die Wärmeverteilung mit 55 % der Energie im Spitzenbereich der Düse, den notwendigen Temperatureintrag in die Schmelze reduziert. Zudem ergeben sich aufgrund der geringeren Abmessungen bei gleichbleibendem Schmelzekanal weitere Möglichkeiten zur optimalen Temperierung.

Die umweltfreundliche Produktion, mit der Einsparung von Energie und Ressourcen, ist ein strategisches Ziel der Fa. Schneider. Dies wurde durch die wiederholten EMAS-Zertifizierungen seit 1998 bewiesen. Der Einsatz von Heißkanal-Systemen ist hierzu ein wichtiger Baustein, den Kunststoffbedarf im Prozess zu reduzieren. Dazu benötigen die Blueflow-Düsen, in Verbindung mit dem zweigeteilten Schaft, deutlich weniger Energie und entsprechen so den Bedingungen und Ansprüchen der EMAS-Zertifizierung.

Für die neue Tintenschreiber-Serie One kommen im 2K-Spritzgießverfahren zwei Blueflow-Düsentypen zum Einsatz. (Foto: Schneider)

Für die neue Tintenschreiber-Serie One kommen im 2K-Spritzgießverfahren zwei Blueflow-Düsentypen zum Einsatz. (Foto: Schneider)

Die Fertigung der Tintenpatronen ist ein Produktteilbereich der Fa. Schneider, die anderen Geschäftsbereiche umfassen die Fertigung von hochwertigen Schreibstiften und Textmarkern. Bei der Fertigung dieser Bauteile kommt das Mehrkomponentenspritzgießen immer mehr zum Einsatz. Im Mehrkomponentenspritzgießen werden im Spritzgießwerkzeug unterschiedliche Materialien miteinander verbunden. In der Regel haben viele neue Artikel einen weicheren, ergonomischen Griffbereich aus einem Elastomer wie TPE oder TPU und einen härteren Grundkörper aus den Kunststoffen PE, PP oder ABS. Bis zu 16 verschiedene Farbkombinationen werden für einzelne Schreibartikel-Serien gefertigt. Zum Spritzgießprozess kommen noch Montage, Bedruckung sowie Verpackungen in vielfältiger Weise hinzu.

Die verschiedenen Farben erfordern vom Heißkanalsystem gute Farbwechseleigenschaften, damit in der Fertigung in kürzester Zeit von einer zur anderen Farbe umgestellt werden kann. Ebenso sind die Farbbatches bei der Verarbeitung temperaturempfindlich und erfordern einen homogenen Temperaturverlauf über den gesamten Schmelzekanal des Heißkanalystems ohne Temperaturspitzen.

Die PM-Nadelführungen in den Blueflow-Nadelverschlussdüsen sorgen für eine hohe Standzeit. (Foto: Günther)

Die PM-Nadelführungen in den Blueflow-Nadelverschlussdüsen sorgen für eine hohe Standzeit. (Foto: Günther)

Die hohen Anforderungen an Oberflächen, Anschnittkonturen und deren Sichtbarkeit am Artikel, werden zunehmend durch Marketing und Vertrieb in den Vordergrund gestellt. Dies erfordert vermehrt den Einsatz von Nadelverschluss-Heißkanalsystemen. Für den neuen Schneider-Artikel der Serie Tintenschreiber-One kommen im 2K-Spritzgießverfahren die beiden Blueflow-Düsentypen 6NHF100LA-1.0S und 5NHF100VA-0.8S zum Einsatz. Zum exakt gleichmäßigen Öffnen und Schließen der Anspritzpunkte durch die Nadeln, wird als Antrieb die Hubplatte in pneumatischer Ausführung eingesetzt. Diese Hubplatten werden durch die entsprechende Anzahl der Zylinder bewegt und mit speziellen Führungselementen für den prozesssicheren Betrieb ausgestattet.

Zur Führung der beschichteten Nadeln in den Nadelverschlussdüsen, werden angussnahe Nadelführungen aus pulvermetallurgischem Stahl eingesetzt. Somit wird eine hohe Standzeit garantiert. Das Nadelverschluss-Heißkanalsystem wurde als Heiße-Seite von Günther Heißkanaltechnik komplett montiert und verdrahtet geliefert.

www.schneiderpen.de
www.guenther-heisskanal.de