Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Gummiwerk Kraiburg: Mehr Schalldämpfung und Splitterschutz für Carbonbauteile

Anwendungsbeispiel B-Säule - Projekt mit Topia (Foto: Gummiwerk Kraiburg)

Anwendungsbeispiel B-Säule – Projekt mit Topia (Foto: Gummiwerk Kraiburg)

Auf der Composites Europe Mitte September in Stuttgart präsentiert das Gummiwerk Kraiburg, Waldkraiburg, am Gemeinschaftsstand von Bayern Innovativ sein High-Tech-Elastomer Kraibon. Das Material verbessert den Wirkungsgrad bei Schalldämpfung, Leichtigkeit, Impact- und Splitterschutz von Carbon-Bauteilen und reduziert gleichzeitig die Elastomer-Verarbeitung in FVK-Bauteilen und Hybrid-Verbunden auf nur noch einen Prozessschritt.

Der unvernetzte, zu einer dünnen Folie aufbereitete Kautschuk härtet mit dem Faserverbundmaterial im selben Arbeitsgang aus. Das Resultat ist eine direkte Verbindung von FVK und Elastomer. „Je nach Vorgabe lassen sich so deutlich leichtere, robustere oder akustisch weiter optimierte Bauteile bei zugleich kostensparender Produktion fertigen“, so Florian Plenk, Teamleiter Automotive Applications im Gummiwerk Kraiburg.

Das entstehende Hybridmaterial zeigt mit einer um bis zu 20 dB optimierten Körperschalldämmung gute Akustikeigenschaften. Im Vergleich zu bisherigen Verfahren ergibt sich laut Hersteller eine Bauteil-Gewichtsersparnis von ca. 2,5 kg/m². Ebenso verbessert Kraibon das Impact- und Splitterverhalten von FVK-Bauteilen. Aufgrund der Verbundhaftung wird das bei einem Crash übliche Bersten von CFK-Bauteilen auf ein Minimum zurückgeführt oder entfällt ganz. Schadlos übersteht die Materialverbindung rund 100 bis 300 % höhere Impactenergien. Bauteile können mit Kraibon damit auf stärkere Belastungen ausgelegt oder bei konstanter Impacttoleranz leichter und günstiger produziert werden.

Anwendungsbeispiel Autotür-Modul (Foto: Gummiwerk Kraiburg)

Anwendungsbeispiel Autotür-Modul (Foto: Gummiwerk Kraiburg)

Da der Arbeitsschritt des Verklebens entfällt, gestaltet sich die Bauteil-Herstellung auch hier wirtschaftlicher. Das Ergebnis: verbesserte Sicherheitsreserven bei gleichzeitig erhöhter Lebensdauer, reduzierten Kosten und geringerem Gewicht.

Das Elastomer eignet sich neben der Verarbeitung in FVK-Bauteilen auch für Hybrid-Verbunde zwischen Faserverbundkunststoffen und Metallen. Die elastischen Eigenschaften von Kraibon, verbunden mit einer guten Haftung, lösen zwei zentrale Punkte bei diesen Werkstoffkombinationen: Die unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten werden ausgeglichen und eine elektrochemische Korrosion wird vermieden. In Kombination mit einer hohen Reißdehnung ergibt sich eine deutlich höhere Energieaufnahme z. B. im Crashfall.

Das High-Tech-Elastomer ist auf die Hersteller-Anforderungen der Branchen Automobilbau, Windenergie, Luft- und Raumfahrt, Sportartikel, Schienenfahrzeuge, Medizintechnik und
weiterer industrieller Leichtbauanwendungen ausgerichtet.

www.kraiburg-rubber-compounds.com
www.kraibon.com

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